„Sorry Malte, nicht sexy“

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Als Personalberatung pflegen wir insbesondere im Erstkontakt mit unseren Kunden und Kandidaten natürlich einen höflichen und respektvollen Tonfall im Umgang. In manchen Branchen und Tätigkeitsbereichen herrschen jedoch gelegentlich weniger formalisierte Umgangsformen vor. Und hier und dort begegnet einem auch mal ein Kandidat, der besonders überzeugt von sich ist. Ein kleiner Bericht aus dem Alltag unseres Kollegen Malte Seifert.

Malte Seifert

Eine angemessene Ansprache von potentiellen Kandidaten in einem Recruiting Prozess ist eigentlich keine Besonderheit, die man extra hervorheben muss. „Für gewöhnlich sieze ich die Kandidaten in einer Ansprache über Netzwerke wie XING bei einer ersten Ansprache natürlich. So würde ich es selbst ja auch erwarten, wenn ich die Person, die mich kontaktiert, noch gar nicht kenne,“ sagt Malte Seifert.

Dennoch gebe es auch Ausnahmen. „Zwar herrscht für mich die grundlegende Regel des Siezens und eben einer seriösen Ansprache im Stil von ‚Sehr geehrter Herr oder Frau…‘. Ich mache aber die konkrete Ansprache immer vom Einzelfall abhängig. Das Alter, die Selbstdarstellung im Profil und auch die Branche oder die Tätigkeit der Person beziehe ich mit ein, mit der Zeit entwickelt man da eine gewisse Intuition, was passt. Speziell im Digitalbereich sind die Leute von ihrem täglichen Umgang miteinander einen sehr lockeren Stil gewohnt. Wenn ich da anfange, zu siezen, kann das den einen oder anderen eher abschrecken oder als verkrampft rüberkommen.“

Intuition, alte Schule und neue Medien

Generell finden die Regeln der alten Schule der Kommunikation vor allem in der schriftlichen Kommunikation über das Internet nicht immer Anwendung. Aber auch am Telefon kann es schon mal etwas launiger werden, branchenspezifisches Vokabular eingeschlossen. „‘Bäm, geiler Scheiß, müssen wir morgen im Daily sharen!‘ – Sowas habe ich schon mal von einem jüngeren, dynamischeren Kandidaten im Sales-Bereich bei einem Telefoninterview gehört,“ erinnert sich Malte Seifert mit einem Schmunzeln. „Aber das war in dem Fall okay und wäre für mich jetzt nicht grundsätzlich ein Ausschlusskriterium, wenn jemand so redet.“

Am Ende muss das Gesamtbild des Kandidaten für die jeweilige Position passen und stimmig sein und das ist in jedem Fall individuell zu bewerten.

Malte Seifert, Personalberater

Allerdings gebe es schon Grenzen, sagt Malte Seifert. „Mit der Zeit entwickelt man als Personalberater natürlich auch ein Gespür dafür, die Profile der Personen auf den entsprechenden Plattformen zu lesen, auch über die reinen Sachinformationen hinaus. Wenn sich jemand zum Beispiel auf seinem Profilfoto sehr arrogant oder selbstverliebt inszeniert, kann das für mich schon ein Ausschlusskriterium sein. Ego kills talent – jedenfalls manchmal.“

An die ungewöhnlichste Antwort, die er bis jetzt auf eine Ansprache über XING erhalten habe, erinnert er sich gut: „Ich habe den Kandidaten ganz höflich und sachlich angesprochen, gesiezt, ihm von der Position berichtet, die ich für ihn angedacht hatte und ihm erklärt, warum ich annahm, dass die Stelle gut auf ihn passen würde. Mit freundlichen Grüßen, Malte Seifert, und so weiter. Alles, was direkt zurück kam, war ‚Sorry Malte, nicht sexy.‘ Da war ich im ersten Moment schon ziemlich irritiert und fühlte mich etwas vor den Kopf gestoßen. Aber ich bin dann erstmal trotzdem ganz seriös und sachlich dran geblieben. Wenn die Sache wichtig ist, bin ich schon hartnäckig.“

Malte Seifert

Malte Seifert

Personalberater

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