Wie geht Recruiting? Teil 2: Mobile Recruiting

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Smartphones, Tablets und Notebooks sind seit Jahren Alltag und in den Hosen-, Jacken- und Aktentaschen der meisten Menschen zu finden. Schnell, unkompliziert und überall erreichbar zu sein gehört zum Zeitgeist und darf daher auch im Bereich Recruiting und Personalberatung nicht fehlen. In unserer Serie zur Frage, „Wie geht Recruiting?“, beleuchten wir im zweiten Teil das Geschäft auf und mit den mobilen Endgeräten.

Quelle: Shutterstock
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57 Millionen aller Deutschen benutzten 2018 ein Smartphone*1 und für die meisten Menschen ist ein Leben ohne ein solches Gerät inzwischen nicht mehr vorstellbar. Viele Nutzer haben dafür inzwischen bereits auf Laptops oder PCs verzichtet. Entsprechend stellt sich die Frage, wie der Stand der Dinge hier beim Recruiting aussieht. Mobile Recruiting, so kann man feststellen, steckt bei vielen noch in den Kinderschuhen. Etwa die Hälfte der Bewerber hat im Jahre 2017 schon einmal einen Bewerbungsprozess abgebrochen, weil das Angebot mobil nicht gut nutzbar war.*2

Aus einer Unternehmensbefragung aus dem Jahr 2017 lässt sich erkennen, dass die Bedeutung von Mobile Recruiting von den Firmen als relevant eingeschätzt wird: 77,2% glauben, dass die zunehmende Nutzung mobiler Endgeräte einen Einfluss auf die Rekrutierung hat. Zugleich bietet bislang etwa nur rund die Hälfte der Unternehmen überhaupt die Möglichkeit, eine auf einen mobilen Kanal optimierte Bewerbung einzureichen.*3

Das Potential, das sich durch Mobile Recruiting eröffnet, liegt beispielsweise in der orts- und situationsabhängigen Ansprache von Kandidaten. Für das Erreichen der Generation Y und Z (Geburtenjahrgänge nach 1980) ist das Einbeziehen von Smartphones besonders relevant. Auch wenn – entgegen ihrem Ruf – noch etwa zwei Drittel aller 10- bis 19-jährigen Bücher lesen*4, rangiert das Handy und eine fast ständige Erreichbarkeit in diesem Medium auf Platz 1 der Medienkanäle dieser jungen Menschen: 98 Prozent der Befragten besitzen eines der Geräte, 42 Prozent geben an, es ständig zu nutzen, 51 sprechen von einer häufigen Nutzung.*5

Die Kanäle, die diese Generation verwendet, zu kennen, und sowohl zielgruppen-, als auch gerätespezifisch einzusetzen, wird also zunehmend wichtiger, um die zukünftigen Absolventen und Fachkräfte erreichen zu können. Technische Rahmenbedingungen wie die inzwischen weitgehend etablierte Gestaltung von Webseiten über Responsive Design – also stufenlose Anpassung an unterschiedliche Displaygrößen und -formate gehören dazu.

Trotzdem scheuen bisher noch viele Unternehmen den Einsatz der mobilen Technologie, aus Sorge vor zu hohen Kosten und einer zu komplexen Integration in bestehende Prozesse, also beispielsweise das Programmieren und Anbieten eigener Apps zu diesem Zweck. Nur etwa 6-7 Prozent bieten dies aktuell an, wenige planen einen Einsatz oder prüfen Ihre Annoncen regelmäßig auf Darstellungsfehler bei Smartphones. Besser sieht es hier schon bei der Optimierung der Stellenanzeigen-Portale aus, die zumeist für den mobilen Einsatz vorbereitet sind.*6

Glücklicherweise deckt sich diese Entwicklung – zumindest bisher – noch mit dem Nutzungsverhalten der meisten Kandidaten. Sowohl für die Suche, als auch für die Bewerbungen nutzen noch über 95% aller Anwender den Laptop als bevorzugtes Gerät. Allerdings: Tendenz sinkend. Wer den Anschluss an die junge Generation nicht verschlafen will, tut also eben gut daran, sich dem Thema Mobile Recruiting zu widmen, wie alle, die neue situative Ansprachen und Kontaktmöglichkeiten erschließen wollen.

 

*1 Studie (2019): Anzahl der Smartphone-Nutzer in Deutschland in den Jahren 2009 bis 2018 (in Millionen), https://de.statista.com/statistik/daten/studie/198959/umfrage/anzahl-der-smartphonenutzer-in-deutschland-seit-2010/

*2 Knabenreich, Henner (2017): „Mobile Recruiting: Bewerber, die auf Smartphones starren“. In: personalmarketing2null.de, https://personalmarketing2null.de/2017/12/mobile-recruiting-bewerber-die-auf-smartphones-starren/

*3 Studie: Weitzel, Tim et. al (2017): Mobile Recruiting, Bamberg: Monster Worldwide Deutschland GmbH, Universität Bamberg

*4 Janotta, Anja: „Generation Z: Von wegen nur Smartphone.“ In: W&V, online: https://www.wuv.de/medien/generation_z_von_wegen_nur_smartphone, 12.08.2019

*5 o.A: Generation Z: Nutzung, Werbewirkung und Konsumverhalten: https://weischer.media/de/de/trends-und-innovationen/news/generation-z-nutzung-werbewirkung-und-konsumverhalten/

*6 Studie: Weitzel, Tim et. al (2017): Mobile Recruiting, Bamberg: Monster Worldwide Deutschland GmbH, Universität Bamberg

 

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