Wie geht Recruiting? Teil 5: Google for Jobs - Sterben von Stellenbörsen ausgeblieben

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75 Prozent aller Jobsuchenden nutzen die Google-Suchmaschine bei der Suche nach einem passenden Stellenangebot1.

Naheliegend, dass sich der Internet-Konzern dieses Nutzerverhalten zu eigen macht und davon profitieren möchte. Dafür wurde 2015 „Google for Jobs“ ins Leben gerufen und ist seit 2019 auch in Deutschland aktiv.

Google for Jobs auf einem Notebook
Quelle: Adobe Stock

Hierbei handelt es sich nicht um eine Stellenbörse, sondern um eine zusätzliche Suchfunktion innerhalb der Google-Suche. Gibt man einen Berufstitel in das Suchfeld ein, werden auf der Ergebnisseite in einer blau hervorgehobenen Box alle relevanten Jobangebote prominent dargestellt. Dabei durchsucht der Google-Algorithmus alle Stellenangebote im Web - also alle

Stellenausschreibungen, die bereits auf Jobportalen oder auf Unternehmenswebseiten in deren Karrierebereichen veröffentlicht wurden.

Durch diese neue Funktion wurde Google umgehend zum Sichtbarkeits-Marktführer bei den Jobsuch-Ergebnissen. Andere Jobportale wie Stepstone, Monster, Meinestadt.de und Stellenanzeigen.de büßten an Sichtbarkeit ein2.

Die Antwort der Jobportale: Eine Beschwerde bei der EU-Kommission. Der Vorwurf: Ausnutzung der marktbeherrschenden Stellung zulasten der anderen Marktteilnehmer3.

Doch bei allen Befürchtungen - nach mehr als einem Jahr ist das für Deutschland angekündigte große Sterben von Stellenbörsen ausgeblieben.

Ganz im Gegenteil: Gerade im Bereich Recruiting und Personalvermittlung ist immer wieder von neuen Start-Ups zu lesen, welche keine Angst davor zu haben scheinen, dass Google for Jobs ihr Business gefährden könnte.

Warum hat es Google in Deutschland nicht geschafft, die anderen Marktteilnehmer zu verdrängen? Die Gründe sind aus unserer Sicht vielfältig. So sehen es auch viele andere Experten der HR-Branche.

Zu bemängeln wäre dabei u.a. die unattraktive User-Experience, die Dopplung von Inhalten sowie der Fakt, dass viele Unternehmen Schwierigkeiten dabei haben ihre Stellenangebote optimal für Google aufzubereiten, um in den Suchergebnissen auf „Google for Jobs“ zu erscheinen.

Zudem scheint man in Mountain View (Kalifornien) noch kein Erlösmodel gefunden zu haben, welches die Aufwände für diesen Service rechtfertigt.

Google for Jobs bleibt somit hinter den Befürchtungen und Erwartungen des Marktes zurück und hat noch Einiges zu tun, um sowohl Jobsuchende als auch Jobanbieter für seinen Service zu begeistern.

Klar ist aber auch: Google hat die Markmacht bei der Sichtbarkeit der Jobergebnisse.

Aus diesem Grund werden wir das Tool neben anderen Methoden weiterhin einsetzen und sind gespannt, welche Strategien Google entwickeln wird, um das riesige Potential noch weiter auszubauen.

*1 Studie "Recruiting Trends 2019" der Universität Bamberg im Auftrag von Monster Worldwide Deutschland.
*2 Untersuchungen des Web-Analyseunternehmens Sistrix 
*3 https://t3n.de/news/23-jobboersen-legen-beschwerde-eu-1188266/

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